Wuppertal-Vohwinkel - St. Ludger

4. Februar 2019 Newsdesk/Daj

Feierlich zog die extra angefertigte Ikone am Wochenende in die Wuppertaler St. Ludger Gemeinde ein. Rund 40 Besucher freuten sich über die neue Wallfahrtsstätte – auch wenn die meisten wegen des leichten Schneefalls lieber mit dem Auto zur Messe kamen.

Dass es an Autobahn-Raststätten Kapellen gibt, überrascht heute keinen mehr. Auch an Flughäfen sind Gebetsräume fast normal. Aber Fahrradkirchen sind den meisten Gläubigen noch kein Begriff. Es geht ums Rastmachen für Radfahrer. Im Erzbistum Köln gibt es nun neben der Fahrradkirche in Egen eine zweite solche Andachtsstätte. Am 2. Februar weihten Pfarrer Dirk Baumhof und Pastoralreferent Dr. Werner Kleine die katholische Kirche St. Ludger zum neuen Wallfahrtsort. Unter Applaus enthüllten sie die eigens angefertigte Marien-Ikone und brachten sie in den westlichen Kircheingang, wo sie Einkehrende zum Gebet einladen, Kraft und Segen spenden soll. Fahrradständer und E-Bike Stationen vor der Kirche sind in Planung und in den Sommermonaten soll es künftig auch Erfrischungsmöglichkeiten geben.

Bereits seit einigen Jahren wird die St. Ludger Gemeinde als Ort für Fahrradgottesdienste genutzt. Grund ist vor allem die besondere Lage der Kirche: Wo die rund 22 Kilometer lange Nordbahntrasse endet, beginnt ein paar Meter weiter der nächste Fahrradweg – die Solinger Korkenziehertrasse –, sodass Radfahrer ohnehin an der neuen Wallfahrtsstätte vorbeikommen. St. Ludger bildet damit das Gegenstück zur evangelischen Wichernkapelle, die am östlichen Ende der Nordbahntrasse steht.

Die Fahrradkirche soll alternative Mobilität fördern und damit zur Bewahrung der Schöpfung beitragen.

Die Schutzpatronin des Radsports

Laut einer Legende versteckte sich der Graf Ghisallo in Italien einst vor zwei Räubern, die ihn überfallen wollten. Er betete leise hinter dem Marienbild und blieb von einem Überfall verschont. So ziert bis heute eine Marien-Ikone die Kapelle im hochgelegenen Städtchen Ghisallo, wo auch das alljährliche Lombardei-Radrennen am Comer See entlang führt.

Die Patronin Madonna del Ghisallo erinnert die Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch Radfahrer, an Verantwortung und Rücksichtnahme. Sie wurde im Jahr 1949 von Papst Pius XII zur Schutzpatronin der Radfahrer erhoben. Ihr Gedenktag ist am 13. Oktober.

Ikone der Madonna del Ghisallo

Die Katholische Citykirche Wuppertal hatte mit Unterstützung der Kardinal-Meisner-Stiftung den Ikonenmaler Laurențiu Țuțuruga beauftragt, eine Ikone der Madonna del Ghisallo zu schreiben (Ikonen werden geschrieben, nicht gemalt). Darauf zu sehen ist die milchgebende Mutter Gottes, in blauem Gewand, mit Jesus im Arm. Ein charakteristisches Detail stellen der Reifen samt Speichen und die Fahrradkette im Heiligenschein dar.

 

Terminhinweis: Am 23. März 2019 findet der nächste Fahrradkreuzweg durch Wuppertal statt.