Deutschland – Bluttest auf Trisomie – Bundestagsdebatte

10. April 2019 (pek190410-kas)
Kardinal Woelki 2016 im Gespräch mit Redakteuren des Magazins "Ohrenkuss", das von Menschen mit Down-Syndrom geschrieben wird.

Köln. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki kritisiert die Debatte über die Kostenübernahme des vorgeburtlichen Bluttests zur Erkennung von Trisomie 21. Am Donnerstag wird der Bundestag darüber diskutieren, ob dieser Test künftig von der Gesetzlichen Krankenversicherung als Regelleistung bezahlt werden soll.

Kardinal Woelki fordert statt über Kosten lieber darüber zu diskutieren, „ob wir es wirklich ernst meinen mit der Würde eines jeden einzelnen Menschen, ungeachtet seiner Fähigkeiten, seiner Fitness, seines volkswirtschaftlichen Nutzwertes“. In einem Interview mit der Kirchenzeitung Köln, das am Freitag erscheinen wird, erklärt Kardinal Woelki: „Die Praxis zeigt leider, dass heute etwa 90 Prozent aller Kinder, bei denen durch den Test das Down-Syndrom festgestellt wird, abgetrieben werden – und das ausgerechnet jetzt, da die Fördermöglichkeiten so gut sind wie nie zuvor und wir immer wieder darüber staunen können, was für liebenswerte und zum Teil auch verblüffend kreative Menschen heranwachsen“.

Wenn eine Behinderung auf Grundlage dieser Tests zu befürchten ist oder die Diagnose Down-Syndrom gestellt wurde, sieht Kardinal Woelki die Gesellschaft in der Pflicht: „Hier müssen wir ansetzen, Hilfe anbieten und Mut machen, wir müssen aufzeigen, dass eine solche Nachricht, so erschütternd sie verständlicherweise ist, doch nicht das Ende ist, sondern der Anfang eines unerwarteten Weges“.

 

Das vollständige Interview mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki finden Sie bereits jetzt auf der Internetseite der Kirchenzeitung Köln unter  https://kirchenzeitung-koeln.de/587